Von der Prozessdigitalisierung zum digitalen Unternehmen

Die Digitalisierung wirkt sich auf alle Branchen aus, doch jeder Sektor hat seine eigenen Gesetze und Besonderheiten – auch der Handel und Großhandel. Jede Supply Chain ist individuell.

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Der Trend zur Individualisierung nimmt weiter zu und damit auch individuelle Lösungen. Einfache Produkte und Dienstleistungen zu bekommen und möglichst persönlich auf den Kunden angepasst, ist die Erwartung vieler Endkunden. Was bedeutet das für den Handel und auch die Großhändler:

Den Kunden verstehen und seine Bedürfnisse kennen, ist der entscheidende Faktor. Datenbasierte Analysen über das Kauf- und Konsumverhalten sind die Grundlage individueller Angebote und Services, wie @home delivery. Die Individualisierung hat einen erheblichen Einfluss auf die vertikale wie auch horizontale Wertschöpfungskette eines Unternehmens.

Hierbei spielt der Service in Form von value-add Services wie auch das Vermeiden von Retouren eine entscheidende Rolle. Für viele Unternehmen im Handel hatte der Service lange Zeit nicht oberste Priorität. Sie boten ihren Kunden solche Leistungen zwar an, entwickelten sie aber nur selten strategisch weiter. Das ändert sich nach und nach. Und zwar aus gutem Grund. Denn oftmals steckt heute im Service mehr Umsatz- und Gewinnpotenzial als im Absatz von Produkten selbst – was primär daran liegt, dass Kunden ein ganzheitliches Verkaufserlebnis erwarten. Die Kombination von E-Commerce Handel und stationärem Geschäft, das sogenannte Multi Channel Business, ist ein wichtiger Faktor in der weiteren Entwicklung und auch strategischen Positionierung des Handels. Es ist ein Trend, den zum Beispiel die Berater von KPMG mit dem EHI Retail Institut in einer Studie jüngst bestätigt haben. Er dürfte sich infolge der Corona-Krise noch verstärken, weil für viele Kunden die Einfachheit und die individuelle Lösung entscheidend ist.

Handel und Großhandel

Wertschöpfungsketten in Ihrer Ganzheitlichkeit zu betrachten ist entscheidend, da eine Integration der Lieferketten vom Rohprodukt bis zum veredelten Produkt im Regal (im Shop oder im Lager) die Transparenz herstellt. Gerade die Nachverfolgung ist für Qualitätsstandards wesentlich. Die Einhaltung von Gesetzen und Verordnungen ist entscheidend für das Lieferversprechen und Leistungsversprechen an die Kunden in der gesamten Wertschöpfungskette.

Nachhaltigkeit wird immer wichtiger im Hinblick auf die Stabilität von Prozessen und Strukturen, was wir alle in den letzten Wochen und Monaten erfahren haben und sicherlich auch noch spüren werden.

Dies gilt auch für den Umgang mit unserer Natur und unseren begrenzten Ressourcen, denn nur mit einem hohen Wiederverwertungsanteil und dem Einsatz von ressourcenschonenden, ökologischen Lösungen werden wir in der Wirtschaft wie auch Gesellschaft erfolgreich sein.

Reifegrad der Digitalisierung

Der weitere Ausbau der horizontalen Digitalisierung, wie in einigen Branchen erfolgreich aufgesetzt, ist wesentlich für eine Stabilität auch in Krisenzeiten. Lieferanten sind ein entscheidender Teil eines Netzwerkes in der Kunden- zu Kundenbeziehung. Die vollständige Vernetzung der Netzwerkpartner über Grenzen hinweg mit hoher Transparenz führt zu der Einhaltung von Standards in Qualität und Verlässlichkeit (Termintreue). Die horizontale Digitalisierung der Wertschöpfungskette ist eine Grundvoraussetzung auf dem Weg zu digitalen Geschäftsmodellen mit kollaborativer Supply Chain und Smart Services.